Newsletter: schwitzen und schweigen

Hallo, 

Über 40 Grad – so heiß war es im Juni noch nie in Deutschland. Die Folgen sind dramatisch: Aufgeheizte Kitas, Pflegeheime und Krankenhäuser, sogar Hitzetote. Milliardenschäden für die deutsche Wirtschaft.

Und unsere Bundesregierung? Schaut weg.  

Umweltminister Schneider wälzt die Verantwortung auf die Kommunen und Länder ab, der Bundeskanzler sagt nichts. Die Strategie: schwitzen und schweigen.

Wir Bündnisgrüne im Bundestag haben das Thema schon auf die Agenda gesetzt, als die Hitzewelle noch gar nicht begonnen hatte. Unsere Anträge dazu haben wir Wochen vorher erarbeitet. Frankfurter Rundschau, Berliner Morgenpost, klimareporter und taz haben berichtet, die kompletten Anträge sind hier verlinkt: 

Dank unserer Vorbereitung konnten wir die Hitzewelle dann auch im Plenum auf die Agenda setzen – sonst wäre sie im Bundestag wohl kein Thema gewesen. Spiegel Online griff meine Pressemitteilung dazu auf. Die Koalitionsabgeordneten haben bis auf einen ihre Rederunden nicht wahrgenommen, sondern nur zu Protokoll gegeben. Keine Priorität! 

Was ich erschreckend fand: Unter meinen Videomitschnitten der Plenarrede (Teil 1, Teil 2) und auch anderswo auf Social Media tummeln sich lauter Menschen, die diese Naturkatastrophe herunterspielten ("Früher war es auch schon heiß”) und die wissenschaftlichen Fakten zur Klimaerwärmung leugnen:

Diese Kurve zeigt einen eindeutigen Trend: Es wird immer heißer. 

Wer das leugnet oder einfach schweigt, riskiert Menschenleben. Dass der Kanzler diese akute Auswirkung der Klimakrise mit “Wetter” abtut und ansonsten gar nichts dazu verlauten lässt, ist gefährlich. 

Dabei liegen unsere Vorschläge auf dem Tisch. Die Bundesregierung muss sie nur umsetzen.  

Leiten Sie deshalb diesen Newsletter gerne weiter – je mehr Menschen von unseren Anträgen erfahren, desto besser. Wir müssen den Druck auf die Bundesregierung erhöhen und sie zum andeln bringen.  

Damit wir auf die nächsten Hitzewellen besser vorbereitet sind. 

Kurz & knapp

Radikal Emotional: Beim Ostkongress in Sassnitz auf Rügen habe ich ein Panel zu gesellschaftlichem Zusammenhalt moderiert. Meine bündnisgrünen Kollegen MdB Kassem Taher Saleh und MdA Andreas Otto erzählten über ihren Umgang mit Ängsten: über das Aufwachsen in einer sächsischen Flüchtlingsunterkunft und die Jahre in Berlin vor der Wende. Die Neurowissenschaftlerin Prof. Maren Urner (Autorin von radikal emotional) ordnete die Erfahrungen ein, und die Designerin Jule Henschel stellte ihr Gesellschaftsspiel ”Oh! wie Osten” vor. 

Parität: Im Deutschen Bundestag sind nur 32,4 % der Abgeordneten Frauen – dabei stellen Frauen über 51 % der Bevölkerung. Das passt nicht zusammen! Die Initiative #ParitätJetzt hat jetzt eine Petition mit einer klaren Forderung eingereicht: das Wahlrecht reformieren und Parität im Bundestag gesetzlich verankern. Ich war mit vielen weiteren bündnisgrünen Abgeordneten bei der Abgabe der Petition vor Ort und werde mich im Bundestag weiter für Parität einsetzen! 

Badeverbot wegschwimmen: Berlin heizt sich immer weiter auf – wie toll wäre es, wenn man da einfach mal in die Spree springen könnte, um sich abzukühlen? Das ist möglich: Das pauschale Badeverbot in der Spree muss weg! Wann immer die Wasserqualität gut genug ist, sollte der Sprung ins Nass erlaubt sein. Dafür bin ich auf der Flussbad-Demo ins Wasser gegangen. Ein paar Tage später war die Wasserqualität dann aber so niedrig, dass ich lieber im Trockenen geblieben bin. 

Sport frei! Auf dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg ging es neulich ganz international zu: Kinder aus Pankow und den polnischen Städtepartnerschaften Stettin und Kolberg kickten hier zusammen bei einem Fußballturnier. In meinem Grußwort hob ich hervor, wie wichtig solche Veranstaltungen in diesen Zeiten sind. Sie fördern den europäischen Austausch und stärken den Zusammenhalt. 

Weniger Müll: Schon im Berliner Abgeordnetenhaus habe ich mich für eine Verpackungssteuer eingesetzt, um die Müllflut durch To-Go-Behältnisse einzudämmen. Doch der Berliner Senat hat gesagt “Das soll der Bund machen”. Auf meine Nachfrage hin hat die Bundesregierung jetzt aber gesagt: “Muss Berlin entscheiden.” Das  Verantwortungspingpong im Video. 

Baum-Tour: Rund 20 Interessierte erkundeten bei unserer Stadtbaum-Tour im Prenzlauer Berg die Bedeutung von Bäumen für Klima und Lebensqualität. Im Fokus standen Pflege, Neupflanzungen und die „Mein Baum“-App. Klar ist: Berlin braucht mehr Stadtgrün, Entsiegelung und konsequenten Baumschutz. Hier geht’s zum ganzen Bericht. 

Vorbild-Schule: Beim Besuch in der Freien Waldorfschule im Prenzlauer Berg zeigt diese, wie Klimaanpassung gelingt: Entsiegelte Flächen, Regenwasserrückhaltung, Dachbegrünung und Solaranlage machen den Schulhof klimaresilient. Ein Vorbild für Berlin – wir brauchen mehr davon! Deswegen bin ich für eine bündnisgrüne Regierungsbeteiligung im Wahlkampf unterwegs! Hier geht’s zum ganzen Bericht.

Hubschrauber-Rettung: Seit Januar 2024 gibt es in Pankow eine eigene Luftrettungsstation: Christoph 100 in Berlin-Buch. 2025 leistete die Station über 2.400 Einsätze – in nur zwei Minuten nach dem Alarm ist der Hubschrauber in der Luft. Beeindruckend! Ich habe die Station besucht und erlebt, mit wie viel Leidenschaft das Team dort arbeitet. Hier geht’s zum ganzen Bericht.

Textilradar: Ab dem 19. Juli 2026 verbietet die EU-Ökodesignverordnung großen Modeketten die Vernichtung unverkaufter Kleidung. Ein echter Fortschritt – werden momentan doch noch rd. 20 Mio Artikel im Onlinehandel nach Rückgabe entsorgt! Doch als ich die Bundesregierung gefragt habe, welche Unternehmen in Deutschland konkret betroffen seien, antwortete diese: Keine Liste, kein Überblick. Verbraucher:innen tappen also im Dunkeln. Das muss sich ändern! Darüber habe ich auch mit Table.Media gesprochen.