Fast Fashion Fail - Warum ich kämpfe, bis Kleidung endlich im Kreislauf bleibt
Das Problem
Es wird immer mehr Kleidung hergestellt, immer mehr gekauft und immer mehr weggeschmissen. Die Kleidercontainer quellen über, Ressourcen werden verschwendet, Menschen in Textilfabriken leiden unter den Arbeitsbedingungen. Fast Fashion ist ein globales Problem:
- 19 Kilogramm Textilien kauft jede:r EU-Bürger:in im Schnitt pro Jahr – das ist Rekordniveau. Gleichzeitig landen in der EU jährlich 5 Millionen Tonnen Kleidung im Abfall.
- Für ein einziges Baumwoll-T-Shirt werden bis zu 2.700 Liter Frischwasser verbraucht – genug, um eine Person zweieinhalb Jahre mit Trinkwasser zu versorgen.
- Der Textilkonsum verursacht durchschnittlich 355 Kilogramm CO₂ pro Person und Jahr – das entspricht einer Autofahrt von 1.800 Kilometern.
- Am 24. April 2013 stürzte die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch ein. 1.135 Menschen starben, über 2.400 wurden verletzt.
25 Billionen Euro oder fast 31 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts gehen pro Jahr weltweit durch lineares Wirtschaften verloren – das ist das Ergebnis des Circularity Gap Reports 2026 der niederländischen Circle Economy Foundation. Wir müssen auf Kreislaufwirtschaft umstellen - auch im Textilsektor.
Was ich fordere
Ein Vorreitergesetz mit echter ökologischer Lenkungswirkung:
- Ökomodulation des Herstellerbeitrags: Wer langlebige, recyclingfähige Produkte herstellt, zahlt weniger. Wer Fast Fashion produziert, zahlt mehr.
- Sofortmaßnahmen zum Erhalt der Sammel- und Sortierinfrastruktur
- Den digitalen Produktpass als Standard für Transparenz über Materialien und Lieferketten
- Konsequente Anwendung des Digital Services Act gegen Plattformen wie SHEIN und TEMU – Verstöße durch giftige Chemikalien müssen geahndet werden
- Den Schutz fairer Lieferketten und die Stärkung, nicht Schwächung, des EU-Lieferkettengesetzes
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In meinem Newsletter „Fast Fashion Fail" halte ich dich über meine Arbeit auf dem Laufenden: über Gesetze, die kommen müssen, über Unternehmen, die Verantwortung übernehmen sollen, und über die kleinen und großen Schritte hin zu einer Modewelt, die unsere Erde nicht zerstört.
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Was ich bislang getan habe
Als Berichterstatterin für Textilien in der Kreislaufwirtschaft meiner Fraktion treibe ich dieses Thema aktiv voran:
🔎 Fachgespräch zur EPR im Bundestag (20. Januar 2026)
Ich habe das erste parlamentarische Fachgespräch zur Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien im Bundestag organisiert. Expert:innen von NABU, Deutscher Umwelthilfe, Greenpeace, HEJSupport und der Wirtschaft haben dabei gemeinsam mit mir diskutiert: Wie gestalten wir die EPR so, dass sie nicht nur Entsorgung finanziert, sondern echte Kreislaufwirtschaft fördert?
💻 Online-Fachgespräch „Fast Fashion Fail" (29. Januar 2026)
Mit über 100 Teilnehmenden habe ich gemeinsam mit Expertinnen von DUH, Greenpeace und der Wissenschaft diskutiert, warum das derzeitige Geschäftsmodell der Modeindustrie gescheitert ist – und was Politik, Wirtschaft und Gesellschaft jetzt ändern müssen.
📢 Pressemitteilung: „Fast Fashion ist ein Fail" (30. Januar 2026)
Zur Berliner Fashion Week habe ich klare Worte gefunden: Die Bundesregierung lässt die Chance verstreichen. Ich fordere ein starkes EPR-Gesetz mit ökologischer Lenkungswirkung – kein Minimalkompromiss, kein reines Müllverwaltungsgesetz.
🔬 Zukunftskonferenz Textilstrategie bei FairWertung (März 2026)
Mit mehr als 80 Vertreter:innen aus Praxis, Wirtschaft und Politik habe ich dort deutlich gemacht: Das Wissen ist vorhanden. Wir können eine textile Kreislaufwirtschaft in Deutschland aufbauen. Jetzt braucht es endlich ein tragfähiges Gesetz.
📃 Pressemitteilung: Zu wenig Ambition im neuen Textilgesetz – Chance für echte Kreislaufwirtschaft verpasst (30. März 2026)
Das Eckpunktepapier von Bundesumweltminister Carsten Schneider für ein neues Textilgesetz sendet ein enttäuschendes Signal
🇧🇩 Ausschussreise nach Bangladesch (April 2026)
Als Berichterstatterin für Textilien habe ich mir vor Ort ein Bild von den Produktionsbedingungen in einer der weltweit wichtigsten Textilindustrien gemacht. Umweltfolgen der Färbeprozesse, von den Lieferketten, die direkt mit unseren Kleiderschränken verbunden sind.
📄Antrag: Damit Kleidung im Kreislauf bleibt - Sammelinfrastruktur für Alttextilien sichern (6. Mai 2026)
Viele Bürgerinnen und Bürger wollen gebrauchte Kleidung weitergeben, statt sie wegzuwerfen. Doch die dafür notwendige Sammelinfrastruktur bricht zunehmend weg. Kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der bestehenden Infrastruktur sind dringend erforderlich.
In den Medien
Recycling Europe warnt vor „Perfect Storm“ im Alttextilmarkt
13.05.2026
Die politische Dringlichkeit der Problematik unterstrich Julia Schneider, Abgeordnete der Grünen im Deutschen Bundestag. Sie sprach von einem System, das nicht nur nachjustiert werden müsse, sondern „strukturell kaputt“ sei. Die EPR, die Produzenten und Handel künftig finanziell für die Behandlung von Textilien nach der Erstnutzungsphase in die Pflicht nehmen soll und bis Juni nächsten Jahres von den EU-Ländern in nationales Recht umzusetzen ist, dürfe nicht zu spät kommen. „Wenn wir bis 2027 oder darüber hinaus warten, riskieren wir, neue Regulierungen auf Grundlage einer Infrastruktur einzuführen, die es dann nicht mehr gibt.“
Hier geht's zum Artikel auf EUWID-Recycling.de
Alttextilien: Grüne fordern Sicherung der Sammelinfrastruktur
12.05.2026
„Fast Fashion produziert immer mehr billige, kurzlebige Textilien, die am Ende weder wiederverwendet noch im großen Maße recycelt werden können“, sagte Julia Schneider, Berichterstatterin für Textilien in der Fraktion.
Hier geht's zum Artikel auf EUWID-Recycling.de
Mode-Müll und Klinik-Kauf
05.05.2026
Julia Schneider hat konkrete Vorstellungen, was sich besser soll. Aktuell arbeitet sie an einem Antrag, den sie im Mai in den Bundestag einbringen möchte.
Hier geht's zum Artikel auf loky.news
Stoppen wir Fast Fashion mit der Erweiterten Herstellerverantwortung, Julia Schneider?
04.05.2026
Wir tragen Kleidung und dann werfen wir sie weg. Julia Schneider will das ändern. Sie ist Bundestagsabgeordnete für Bündnis 90/die Grünen und setzt sich dafür ein, dass wir eine Kreislaufwirtschaft im Bereich Textilien aufbauen. Hilfreich könnte eine EU-Verordnung sein, die Deutschland bald umsetzen muss. Welche das ist und welche Möglichkeiten wir haben, das verrät Julia im Interview.
Hier geht's zum Podcast Fairquatscht
Bundestagsabgeordnete in Bangladesch
16.04.2026
Grünen-Politikerin Julia Schneider hat gemeinsam mit fünf Politikern der anderen Bundestags-Fraktionen eine Textilfabrik und eine Leder-Gerberei in der Nähe von Dhaka besucht. Im TW-Interview berichtet sie über ihre Eindrücke und den Einfluss auf ihre weitere politische Arbeit.
Hier geht's zum Artikel auf Textilwirtschaft.de
So wird Fast Fashion für Berlin produziert - Abgeordnete geschockt
13.04.2026
Den Besuch einer Textilproduktion in Savar beschreibt Schneider mit „großer Hitze, langen Arbeitszeiten und wenig Lohn“. Ventilatoren statt Klimaanlagen, Neun-Stunden-Schichten, Sechs-Tage-Wochen. „Das war herzzerreißend“, erklärte Schneider. Staatliche Vorgaben und Gesetze durchzusetzen, sei hier die Sache der eher schwachen Gewerkschaften, etwa den Mindestlohn. Auch der Arbeitsschutz der Arbeiterinnen und Arbeiter sei eine Gewerkschaftsangelegenheit. Und das bei einem ausgewählten Vorzeigebetrieb.
Hier geht's zum Artikel in der Berliner Morgenpost
Eckpunkte zur Textil-EPR: Handel, Industrie und Umweltschutz fordern Nachbesserungen
01.04.2026
Und klare Worte findet auch Grünen-Bundestagsabgeordnete Julia Schneider: Die BMUKN-Pläne seien „ökologisch ambitionslos“ und würden ein „kostenintensives Finanzierungssystem für weniger Infrastruktur als vor der Altkleiderkrise“ schaffen.
Hier geht's zum Artikel auf EUWID-Recycling.de
Kampf den Textilbergen: Hersteller sollen zur Kasse gebeten werden
27.03.2026
Julia Schneider, Bundestagsabgeordnete von den Grünen, äußerte Zweifel an der Effektivität der Maßnahmen. Eine Anpassung in Richtung Nachhaltigkeit bleibe unverbindlich, was zu einem Unterbietungswettbewerb zwischen Herstellerorganisationen führen könne. Anreize für nachhaltige Textilien würden so verpuffen.
Hier geht's zum Artikel auf ZFK.de
Julia Schneider zum Textilgesetz: Symptombehandlung statt Systemwechsel
27.03.2026
Echte Kreislaufwirtschaft beginnt mit dem richtigen Preissignal: Hersteller schlechter, giftiger Fast-Fashion-Ware müssen spürbar mehr zahlen als jene, die auf Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit setzen. Ohne diese verbindliche Lenkungswirkung wird das Gesetz das Müllproblem nicht lösen.
Hier geht's zum Artikel auf gruene-bundestag.de
Erweiterte Herstellerverantwortung: Warum Schneiders Plan die Fast-Fashion-Welle nicht stoppen wird
27.03.2026
"Minister Schneider könnte mit seinem Textilgesetz bewirken, dass die Textilflut geringer, die Kleidung langlebiger und damit der Ressourcenverbrauch geringer wird. Er könnte die Umwelt vor den Textilmüllbergen schützen. Stattdessen hat er sich darauf beschränkt, die Entsorgung und eine etwas schlechtere als bisher vorhandene Sammelstruktur zu finanzieren." Julia Schneider, MdB Bündnis 90/Die Grünen
Hier geht's zum Instagram-Post von @mysustainableme
Heftige Kritik an den EPR-Eckpunkten von Umweltminister Schneider
27.03.2026
Und auch aus dem Bundestag direkt kommt Kritik. Die Vorschläge seien "ökologisch ambitionslos und letztlich ein teures Finanzierungssystem für weniger Infrastruktur als vor der Altkleiderkrise", resümierte Grünen-Abgeordnete Julia Schneider
Hier geht's zum Artikel auf textilwirtschaft.de
Problem Wegwerfmode: Umweltminister Schneider wirbt für sein Textilgesetz
27.03.2026
Kritiker wie die Pankower Bundestagsabgeordnete Julia Schneider (Grüne) erklärten, das geplante Gesetz sei „zu langsam für die akute Krise“. „Die Sammelinfrastruktur in Deutschland bricht jetzt ein, Container werden abgebaut, Insolvenzen drohen. Das Textilgesetz kommt zu spät – ohne Sofortmaßnahmen und Aufklärungskampagnen zur Getrenntsammelpflicht baut es 2027 auf einem System auf, das es kaum noch gibt“, erklärte sie. Auch bleibe unklar, wie Fast Fashion definiert sei.
Hier geht's zum Artikel in der Berliner Morgenpost
Textilien: Wie die erweiterte Herstellerverantwortung aussehen soll
27.03.2026
Die Pläne von Bundesumweltminister Schneider entfalten jedoch keine ökologische Lenkungswirkung. Dies sagt Julia Schneider, verantwortlich für Textilien in der Bundestagsfraktion der Grünen. Der Minister ,,überlässt due Ökomudulation- den wichtigsten ökologischen Hebel-dem freien Markt´´. Aus ihrer Sicht wäre ,,eine Festlegung durch das Umweltbundesamt sinnvoll, das eine Ökomodulation mit Kriterien und Preisen festlegt, die für alle PROs gilt´´
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Grüne kritisieren fehlenden Fortschritt bei Textil-EPR
20.03.2026
„Es steht ein Minimalkompromiss zu befürchten“, erklärte sie gegenüber EUWID. „Dabei braucht vor allem die Sammelstruktur von Alttextilien sofort Maßnahmen, um den sich anbahnenden Zusammenbruch des Systems zu verhindern. Auch Unternehmen benötigen besser früher als später klare Rahmenbedingungen“, so Schneider weiter. Auf eine Anfrage von EUWID zum Stand des Eckpunktepapiers und Zeitplan reagierte das BMUKN bis Redaktionsschluss nicht.
Hier geht's zum Artikel auf EUWID-Recycling.de
Erweiterte Herstellerverantwortung
Wie die EPR zum Einstieg in eine echte Kreislaufwirtschaft werden kann
12.03.2026
Julia Schneider: „Die Erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien muss jetzt schnell kommen und als Einstieg in eine echte Kreislaufwirtschaft genutzt werden. Deswegen fordere ich starke Sammel- und Sortierstrukturen und ein deutliches Bekenntnis der Bundesregierung dazu."
Hier geht's zum Artikel auf Textilwirtschaft.de
Geld statt Kleidung: Textilhafen der Stadtmission hat kaum noch Platz
28.01.2026
Laut Schneider müsse man das Bewusstsein für das Problem „Fast Fashion“ schärfen, denn „solange es keine wirksame Regulierung gibt, hängt es leider vom Bewusstsein der Leute ab“. Ob mit der Bundesregierung große ökologische Schritte gegangen werden können, sei fraglich. Doch sie sei „Berufsoptimistin“ und arbeite daran.
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Kreislauf statt Kleidermüll: "Freikaufen verhindern!"
22.01.2026
Die Politikerin Schneider befürchtet indessen, dass der Entwurf, an dem ihre Kollegen zurzeit arbeiten, vor allem die Finanzierung der Abfallentsorgung in den Fokus stellt. "Hier die große Komplexität des Themas und die eigentlichen Ziele zu vermitteln, ist für mich jetzt der Arbeitsauftrag." Nach Ostern will die Grüne mit Bundestags-Kollegen nach Bangladesh reisen. Sie will sich vor Ort anschauen, was dort getan werden müsste, um die Basis für einen wirtschaftlich machbaren und funktionierenden Kreislauf zu schaffen.