Zukunft für die Sammelstrukturen im Niedergang? Nur mit einer tragfähigen EPR und schnellen Sofortmaßnahmen!
Mehr als 80 Vertreter:innen aus gemeinnützigen Organisationen der Alttextilsammlung und -wiederverwendung sowie aus der Textil- und Entsorgungswirtschaft diskutierten gestern beim Dachverband FairWertung die nationale Umsetzung der Erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) für Textilien.
Auf dem politischen Podium habe ich deutlich gemacht, was ein deutsches Textilgesetz leisten muss:
„Die Erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien muss jetzt schnell kommen und als Einstieg in eine echte Kreislaufwirtschaft genutzt werden. Deswegen fordere ich starke Sammel- und Sortierstrukturen und ein deutliches Bekenntnis der Bundesregierung dazu."
Zugleich habe ich die aktuell kritische Situation am Alttextilmarkt betont:
„Die Krise am Alttextilmarkt macht deutlich, dass das aktuelle System an seine Grenzen stößt. Eine wirksame Herstellerverantwortung für Textilien muss deshalb langlebige und recyclingfähige Produkte fördern. Gleichzeitig müssen die Sammel-, Sortier- und Wiederverwendungsstrukturen gestärkt werden, die heute schon den Großteil der Arbeit leisten.“
Die Konferenz hat eines deutlich gemacht: Das Wissen ist vorhanden. Wir können eine textile Kreislaufwirtschaft in Deutschland auf den Weg bringen. Jetzt braucht es ein tragfähiges Gesetz, das mehr leistet als nur die Finanzierung der Textilentsorgung. Es muss ein System aufgebaut werden, das Kleidung länger tragbar und besser recyclebar macht und die Aufarbeitung langfristig stabilisiert – für eine echte textile Kreislaufwirtschaft. Zum Schutz unserer Umwelt!
Mein Dank gilt dem Dachverband FairWertung für die Einladung und die gelungene Veranstaltung.