Wie reguilieren wir Fast Fashion richtig? Fachgespräch zur Erweiterten Herstellerverantwortung

Wie reguilieren wir Fast Fashion richtig? Fachgespräch zur Erweiterten Herstellerverantwortung

Heute habe ich im Bundestag zum ersten Fachgespräch zur Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien eingeladen.

Die große Resonanz macht deutlich: Der politische Handlungsbedarf im Textilsektor ist groß! Zugleich bestehen viele offene Fragen zur konkreten nationalen Umsetzung der EPR, die bis 2028 verpflichtend eingeführt werden muss.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand für mich eine zentrale Frage:

👉 Wie gestalten wir die EPR so, dass sie nicht nur Entsorgung finanziert sondern
• den ökologischen Fußabdruck der Textilproduktion senkt,
• Qualität, Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit erhöht,
• Weiterverwendung, Reparatur und Wiederverwendung gezielt stärkt,
• und damit Abfall von vornherein vermeidet?

Der Textilsektor ist bislang kaum reguliert – mit gravierenden Folgen für Umwelt, Ressourcenverbrauch und Sammelstrukturen:
• Textilien im Restmüll, überquellende Container, Müllsäcke mit Kleidung daneben – gerade in unseren Städten ein alltägliches Bild.
• Allein die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts verbraucht bis zu 2.700 Liter Wasser – so viel trinkt ein Mensch in etwa zwei Jahren.
• In Berlin werden pro Jahr 31.500 Tonnen Textilien im Restmüll entsorgt statt sie weiter zu verwenden – auch weil die zuständigen Weiterverwertungsstellen überlastet sind.

Eine klug ausgestaltete EPR kann hier ein entscheidender Hebel sein, wenn sie durch ökonomische Anreize Lenkungswirkung entfaltet und zugleich faire Wettbewerbsbedingungen schafft. Dafür müssen wir den gesamten Lebenszyklus von Textilien betrachten – von der Herstellung bis zur Neuverwertung.

Klingt komplex? Ja. Ein Hindernis? Nein. Ein Auftrag!

Daher vielen Dank an die Sachverständigen für Ihre Perspektiven:
Thomas Ahlmann, Geschäftsführer, Dachverband Fairverwertung e.V.
Alexandra Caterbow, Vorstand, Health and Environment Justice Support (HEJSupport)
Indra Enterlein, Leiterin Ressourcenpolitik, NABU e.V.
David Lommatzsch, Leiter Umwelt & Kreislaufwirtschaft, Schwarz Corporate Solutions
Dr. Viola Wohlgemuth, Expertin für Textil & Kreislaufwirtschaft, Deutsche Umwelthilfe

Mein Dank gilt außerdem Miriam Anna Umhauer für die professionelle Moderation, allen anwesenden Gästen und meiner Referentin Hanne Schäfer sowie meinem Team.

Ich nehme viele wichtige Impulse für die weitere Ausgestaltung der EPR für Textilien in Deutschland mit.

➡ Das Ziel bleibt klar:️ eine echte Kreislaufwirtschaft, die die Umwelt schützt, bei der die Hersteller Verantwortung entlang des gesamten Lebenszyklus von Textilien übernehmen.