Veranstaltungsbericht: Fast Fashion Fail – Nachhaltige Mode statt schnell und billig

Veranstaltungsbericht: Fast Fashion Fail – Nachhaltige Mode statt schnell und billig

Im Rahmen eines digitalen Fachgesprächs habe ich mit Expert*innen über die gravierenden Folgen von Fast Fashion und Ultra Fast Fashion diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, warum das derzeitige Geschäftsmodell der Modeindustrie nicht zukunftsfähig ist und welche politischen und gesellschaftlichen Schritte jetzt notwendig sind.

In meinem Eröffnungsstatement habe ich betont, dass die Textilindustrie eine der ressourcenintensivsten Branchen weltweit ist. Immer mehr Kleidung wird immer kürzer getragen, große Mengen landen im Müll oder werden in Länder des Globalen Südens exportiert. Das lineare System aus Produktion, Konsum und Entsorgung verursacht massive Umweltbelastungen, hohe CO₂-Emissionen, Mikroplastik sowie gesundheitliche Risiken durch den Einsatz von Chemikalien.

Dr. Moritz Jäger-Roschko (Greenpeace) zeigte auf, wie Fast- und insbesondere Ultra-Fast-Fashion durch Überproduktion, aggressive Vermarktung und niedrige Preise angeheizt wird. Anbieter wie Shein verschärfen das Problem zusätzlich, indem sie rechtliche Grauzonen ausnutzen. Recycling allein könne diese Entwicklung nicht lösen – entscheidend sei eine deutliche Reduktion der produzierten Mengen.

Dr. Viola Wohlgemuth (Deutsche Umwelthilfe) berichtete eindrücklich von den globalen Folgen des Textilkonsums, insbesondere von Textilmüll in Ländern wie Ghana. Sie betonte, dass viele Textilien aufgrund von Materialmischungen und Chemikalien kaum recyclingfähig sind. Umso wichtiger sei ein grundlegender Systemwechsel hin zu einer Kreislaufwirtschaft, die Wiederverwendung, Reparatur und neue Geschäftsmodelle stärkt.

Anke Schmidt (@wasteless_hero) ergänzte die Diskussion um die Perspektive der Konsument:innen. Sie machte deutlich, wie Marketingstrategien Kaufanreize schaffen, zeigte aber auch, wie bewusster Konsum, kritisches Hinterfragen von Nachhaltigkeitsversprechen und attraktive Alternativen zu Fast Fashion im Alltag umgesetzt werden können.

Ein zentrales Ergebnis der Veranstaltung: Mit der geplanten Erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien steht ein entscheidender politischer Hebel bevor. Dieses Instrument muss die Bundesregierung so ausgestalten, dass es Abfall vermeidet, langlebige und recyclingfähige Produkte fördert und den Aufbau von Reparatur-, Leih- und Wiederverwendungsstrukturen unterstützt. Nur mit klaren politischen Rahmenbedingungen lässt sich der Wandel hin zu einer fairen und ressourcenschonenden Textilwirtschaft erreichen.

Rund 100 Teilnehmende verfolgten das Online-Fachgespräch und beteiligten sich mit zahlreichen Fragen – insbesondere zur Überlastung der Sammel- und Entsorgungsinfrastruktur für Alttextilien, zu Fragen der Materialzusammensetzung und Recyclingfähigkeit sowie zur konkreten Ausgestaltung der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) in Deutschland.

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Die Textilproduktion braucht endlich klare Regeln, die Kreislaufwirtschaft fördern statt Verschwendung belohnen. Dafür setze ich mich im Bundestag ein. In meinem Newsletter informiere ich über diese Arbeit.