Eine Mutter schreibt mir. Sie berichtet von schlaflosen Nächten und davon, wie sich ihr Sohn immer weiter zurückzieht. Von eskalierenden Gruppenchats. Von Algorithmen, die Inhalte ausspielen, die Angst machen, Druck erzeugen und abhängig machen.
Solche Nachrichten erreichen mich aus Pankow immer häufiger.
Und sie zeigen: Das Problem ist real. Und es ist dringend.
Soziale Medien sind längst Teil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Sie bieten Austausch, Kreativität und Informationen. Aber sie sind auch Geschäftsmodelle, die auf Aufmerksamkeit, Emotionen und maximaler Bildschirmzeit basieren. Studien belegen, dass Suchtmechanismen gezielt verstärkt werden. Junge Menschen können unter psychischen Druck geraten, Mobbing erleben oder durch manipulative Inhalte beeinflusst werden.
Eltern und Lehrkräfte in Pankow dürfen mit diesen Herausforderungen nicht allein gelassen werden.
Kinderrechte gelten auch im digitalen Raum!
Für mich ist klar: Fehlender oder halbherziger Jugendschutz ist keine Lösung. Plattformbetreiber und Politik tragen Verantwortung.
Solange wirksame Alterskontrollen fehlen, Algorithmen intransparent bleiben und Schutzmechanismen nicht konsequent durchgesetzt werden, müssen wir handeln. Deshalb setze ich mich gemeinsam mit Kolleg*innen der bündnisgrünen Bundestagsfraktion für eine Altersbeschränkung von mindestens 16 Jahren für soziale Medien ein.
Doch ein Mindestalter allein reicht nicht.
Wir brauchen: klare gesetzliche Rahmenbedingungen, transparente und regulierte Algorithmen, wirksame Maßnahmen gegen Suchtmechanismen, konsequenten Schutz vor Hass, Mobbing und Desinformation sowie, mehr Medienkompetenzförderung für Kinder und Eltern.
Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht über dem Kindeswohl stehen
Die großen Plattformen erzielen Milliardenumsätze. Gleichzeitig tragen Familien die sozialen und psychischen Folgen.
Als Bundestagsabgeordnete und Mutter setze ich mich dafür ein, dass Kinder im digitalen Raum geschützt werden. Und dass wir als Gesellschaft den Mut aufbringen, klare Regeln zu setzen.
Was jetzt? Gemeinsam Druck machen!
Gesetze entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie entstehen, weil wir uns gemeinsam dafür einsetzen. Weil Eltern sich melden. Weil Bürger*innen Druck machen. Vorbilder gibt es zum Beispiel in Australien!
Ich danke allen, die sich einbringen. Und ich lade Sie ein: Bleiben Sie dran! Schreiben Sie den Abgeordneten der Regierungskoalition aus SPD und Union. Die Bundesregierung möchte sich nach der Sommerpause damit befassen, doch bis jetzt ist unklar, ob sich eine Mehrheit für Verantwortung und für unsere Kinder entscheidet.