Ich habe mich kürzlich mit dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Frank Ebert und der Robert-Havemann-Gesellschaft (RHG) in deren Räumen auf dem Campus für Demokratie getroffen. Im Mittelpunkt standen die Zukunftspläne der RHG, der geplante Umzug in archivgerechte Räume nach Berlin-Mitte sowie die Perspektiven des Campus für Demokratie.
Der Campus befindet sich auf dem ehemaligen Gelände der Stasi-Zentrale in Lichtenberg: ein großes und sanierungsbedürftiges Areal. Ich bin überzeugt, dass die Aufarbeitung der SED-Diktatur, samt Opposition, der Zeit nach der friedlichen Revolution – vor allem die 90er Jahre – und die Gegenwart an diesem Erinnerungsort hervorragend zusammengeführt werden und damit die Demokratie und Freiheit in der Zukunft stärken können. Daher ist es mir ein großes Anliegen, dass das Areal erhalten bleibt, instand gesetzt und das “Forum für Opposition und Widerstand” errichtet wird. Es wäre toll, wenn die “Idee eines Campus für Demokratie als lebendigen Lernort über Diktatur, Widerstand und Demokratie Wirklichkeit” werden würde. So beschreibt es der Förderverein des Campus für Demokratie.
Es ist klar, dass die notwendige Sanierung enorm ist und viele Jahre dauern wird. Dass die Robert Havemann Gesellschaft nun endlich in archivgerechte Räume in Mitte umzieht, ist überfällig. Dort ist neben der Erinnerungsarbeit auch Platz für Ausstellung und Bildungsarbeit. Die geplante Freiheitsausstellung des BAB klingt auch wie ein Puzzleteil hin zum geplanten Forum für Opposition und Widerstand.
Meine Hoffnung ist, dass das nicht erst in ferner Zukunft greifbar wird, sondern damit schon jetzt sichtbar ist – zusätzlich zum Archiv und der Ausstellung auf dem Campus. Und all dies irgendwann auf dem Campus für Demokratie vereint ist.