Zum internationalen Tag des Waldes am 21. März 2026 erklären Julia Schneider und Niklas Wagener:
„Ein Jahr nach Amtsantritt zeigt die Bilanz der schwarz-roten Waldpolitik: zu wenig Schutz, zu viel Verzögerung. Der Wald scheint für Bundesminister Rainer keine tragende Rolle im Kampf gegen die Klimakrise zu spielen. Die europäische Anti-Entwaldungsrichtlinie (EUDR) wurde verschoben, die Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung (WVO) kommt nur schleppend voran und das Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz stagniert.
Gleichzeitig droht mit dem geplanten Infrastruktur-Zukunftsgesetz ein Frontalangriff auf eine zentrale Grundlage des Naturschutzes: Künftig soll Naturzerstörung zunehmend finanziell abgegolten werden, statt sie tatsächlich auszugleichen. Doch Geld ersetzt keinen gerodeten Wald. Schneiders Versuch mit dem angekündigten “Flächenbedarfsgesetz” der Natur einen Gleichrang gegenüber Infrastrukturvorhaben zu geben, läuft damit ins Leere. Das steht auch im klaren Widerspruch zu internationalen und nationalen Zielen: Deutschland hat sich unter dem Weltnaturschutzabkommen verpflichtet, 30 Prozent der Natur effektiv zu schützen.
Diese politische Untätigkeit trifft auf einen Wald, der ohnehin massiv unter Druck steht. Vier von fünf Bäumen in Deutschland sind laut Waldzustandsbericht geschädigt. Trockenheit, Schädlinge und zunehmende Waldbrände setzen die Wälder massiv unter Stress. Gleichzeitig nehmen Waldbrände zu und gefährden ganze Ortschaften, Lebensräume und die Gesundheit der Menschen. Der Zustand unserer Wälder zeigt deutlich: Wir sind noch immer nicht ausreichend auf die Folgen der Klimakrise vorbereitet.
Auch die aktuellen Klimadaten zeigen den dringenden Handlungsbedarf. Der Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) verursacht weiterhin zu viele klimaschädliche Emissionen. Damit droht Deutschland nicht nur seine Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zu verfehlen, sondern auch seine internationale Glaubwürdigkeit zu verspielen: Wer international glaubwürdig Wälder schützen will, muss zuerst zu Hause handeln.
Die Bundesregierung steht daher in der Pflicht: Das kommende Klimaschutzprogramm muss verbindliche Maßnahmen enthalten, um den Wald klimaresilient umzubauen. Und nicht zuletzt braucht es eine überfällige Novelle des Bundeswaldgesetzes, die den Schutz unserer Wälder endlich ernst nimmt!“