Die Klimakrise ist längst im Alltag der Menschen angekommen: Immer häufiger treten in Deutschland extreme Hitzeperioden auf – und auch auf dem Land machen sie Leben und Arbeiten zur Belastung. Wie können unsere Städte und Dörfer dennoch lebenswert bleiben und zugleich Orte der Begegnung sein?
Genau dieser Frage widmete sich der Workshop „Gutes Klima in der Kommune – wo Begrünung und Gemeinschaft wächst“ beim Kommunalkongress der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 18. April. Gemeinsam mit Expert*innen und kommunalpolitisch Aktiven wurden Herausforderungen diskutiert, Praxisbeispiele beleuchtet und konkrete Lösungen für die Umsetzung vor Ort sowie politische Weichenstellungen entwickelt.
Im Workshop wurde deutlich: Der wirksamste Hebel liegt in der Begrünung unserer Kommunen – sowohl in urbanen als auch in ländlichen Räumen. Ansätze wie Schwammstädte und -landschaften, mehr Grünflächen sowie die Berücksichtigung notwendiger Unterbauarbeiten zeigen, wie Klimaanpassung konkret gelingen kann. Gleichzeitig wurde betont, dass es nicht nur um Strategien geht, sondern vor allem darum, ins Handeln zu kommen.
Begrünung hat dabei immer auch eine soziale Dimension: Schattige, kühle Orte sind Orte der Begegnung und des Austauschs. Gerade an heißen Tagen sind sie oft die einzigen öffentlichen Räume, die tatsächlich genutzt werden können. Für ältere Menschen kann das besonders wichtig sein, da sich Einsamkeit und Hitze gegenseitig verstärken und schnell zur Gesundheitsgefahr werden.
Hitzeschutz ist deshalb weit mehr als eine technische Aufgabe. Er ist eine zentrale Frage von Stadt- und Dorfentwicklung, Gesundheit und sozialer Teilhabe. Gleichzeitig stehen Kommunen vor großen Herausforderungen: Personalmangel, unklare Zuständigkeiten, Nutzungskonflikte etwa bei Flächen sowie begrenzte finanzielle Spielräume. Deshalb braucht es verlässliche Finanzierung mit Direktmitteln für Kommunen, klare Zuständigkeiten und den Ausbau personeller Kapazitäten.
Konkrete Maßnahmen wie verpflichtende Dachbegrünung im Neubau, mehr gemeinschaftliche Grünflächen oder stärkere Bildungs- und Beteiligungsformate zeigen, wie Hitzeschutz und soziales Miteinander vor Ort gestärkt werden können. Der Workshop macht deutlich: Resiliente Kommunen entstehen dort, wo ökologische Maßnahmen, soziale Fragen und politische Unterstützung zusammengedacht werden – und wo engagierte Menschen vor Ort die Zukunft aktiv gestalten.
Leider fand parallel zum Kongress auch die Landesmitgliederversammlung der Berliner Grünen statt, weshalb ich nicht beim Workshop vor Ort dabei sein konnte. Mit einem Grußwort an die Teilnehmer*innen konnte ich aber zumindest virtuell einen Beitrag leisten: