In diesem Sommer, in dem es einfach nicht abkühlen wollte, habe ich zwei Seniorenheime besucht: die Seniorenresidenzen Am Bürgerpark und die Seniorenresidenz Weißensee, gegenüber vom Georgen-Parochial-Friedhof III. In beiden haben mich die Bewohnenden und die MItarbeiter:innen herzlich empfangen und sich gefreut über die Abwechslung und die Möglichkeit zum politischen Austausch.
In die Seniorenresidenz am Bürgerpark hat mich Oda Hassepaß begleitet, verkehrspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Oda hat anschaulich erklärt, warum guter Fußverkehr alle etwas angeht: Jede Verbesserung am Gehweg hilft am Ende allen, weil auch die, die heute noch gut zu Fuß sind, irgendwann auf stolperfreie Bürgersteige angewiesen sein werden. Und tatsächlich: Der Einrichtungsleiter berichtet davon, wie umständlich und zum Teil unüberwindbar der nicht abgesenkte Bürgersteig vor dem Eingang für einige Bewohner:innen ist. Wir nahmen das Anliegen mit und wenige Wochen später war der Bürgersteig vor dem Eingang abgesenkt. Zur großen Freude aller, die dort ein- und ausgehen.
Im Garten der Residenz wurde vor einigen Jahren ein Tiny Forest gepflanzt: ein kleiner, dichter, grüner Rückzugsort, mit verschiedensten Obstbäumen, Kneipppfad und einladenden Sitzgelegenheiten. An solchen Tagen ist dieser Ort umso wichtiger: zur Abkühlung – denn eine Klimaanlage gibt es im Haus nicht. Der Leiter der Einrichtung hat mir erklärt, warum: Würde der Träger nachrüsten, stiegen die Kosten für die Bewohnerinnen und Bewohner spürbar – und der Vermieter sieht es nicht als seine Aufgabe. Genau deshalb braucht es dafür einen öffentlichen Plan und Finanzierung, damit Hitzeschutz im Alter nicht am eigenen Geldbeutel hängt.
In Weißensee haben die Bewohner:innen vor allem aus ihrem Leben erzählt. Geschichten von Vertreibung und Ankommen, vom Leben in verschiedenen politischen Systemen. Und davon, jetzt im Alter, gut betreut zu werden und gutes Essen zu bekommen. Das haben viele als etwas benannt, das sie nicht für selbstverständlich halten. Das war berührend und bewegend – solche Momente der Verbindung mit den Menschen in meinem Pankow schätze ich sehr.
In Pankow kann man gut alt werden. Dafür braucht es sympathische, gut geführte Häuser wie diese beiden. Und es braucht Politik, die genau hinschaut: bei Bürgersteigen, beim Hitzeschutz, bei allem, was Teilhabe im Alter erst möglich macht. Diese beiden Besuche haben mir das wieder sehr deutlich gezeigt. Vielen Dank für die Einladung!